Kein Platz zum Entkommen

Patrick Hadi Huber

Von Patrick Hadi Huber

Der Helvetiaplatz löst Spannungen und Emotionen aus. Erklären kann ich mir das nicht. Schliesslich ist mir – zumindest persönlich – keine Person bekannt, die auf diesem Platz aus freien Stücken täglich mehr als 10 Minuten verbringt. Vom Tram zur Post. Vom Kollerhof zum Volkshaus. Bloss nicht anhalten. An einer Demo teilnehmen und dann wieder heim. Zum Bankomat und sofort wieder weg. Aber verweilen? Sich dort mit Freunden treffen? Die Kinder auf dem Platz rumtoben lassen? Nein. Das tut man da nicht ohne Grund. Der Platz würde sich aber sicher freuen. So wie er das tut, wenn der Markt stattfindet. Dann ist der Helvetiaplatz ein anderer Ort, eine lebendige Welt. Kaum ist der Markt wieder weg, jagt die grosse Leere alle vom Platz. Weltallstimmung. Und dann sieht man auch wieder das Amtshaus. Von manchen als abreisswürdig betitelt, von anderen mit Plattenbauten verglichen, von wieder anderen als – sorry – Piss-Ecke genutzt. Das ist der heutige Zustand. Und das war er gestern und vorgestern. Seit er so besteht. Auch die Motion Kammerer konnte das seinerzeit nicht ändern.

Jetzt passiert etwas. Das denkmalwürdige Amtshaus wird altershalber saniert. Gelegenheit genug, das untere Stockwerk für etwas Belebung zu nutzen. Ein kleiner Gastro-Betrieb soll es anstelle der Piss-Ecke sein. Gerne mit Terrasse! In der politischen Debatte wird das „publikumswirksame Erdgeschossnutzung“ genannt. Eine Forderung der Gemeinderatsmehrheit, genauso wie die Begegnungszone hin zum Kanzleiareal. An beiden Forderungen wirkte ich federführend mit, reichte sie im Rat ein. Gemeinsam mit der mittlerweile bewilligten Café-Bar in der alten Bankfiliale ergibt sich tatsächlich eine Belebung des Platzes. Und jetzt gibt es natürlich Menschen, die das nicht wollen. Gleich zwei Betriebe? Verstehen tu ich diese Skeptiker, die vor den Partymenschen „warnen“. Aber gehören nicht beide Seiten seit je her zum Kreis 4? Mein Wunsch für uns alle: Dass wir der Öde des Helvetiaplatzes zukünftig nicht mehr rasch entkommen wollen, sondern ihn bewusst wahrnehmen, beleben und darauf verweilen. Bald haben wir einen, nein zwei Gründe dafür. Es dürfen noch viel mehr werden. Zum Beispiel Sitzbänke ohne Konsumpflicht oder ein Brunnen zum Spielen. Kein Entkommen mehr.

Helvetiaplatz

Etliche Plätze Zürichs wurden mit sehr viel Geld "publikumstauglich" saniert; meines Erachtens leider planiert. Grau in allen Schattierungen, Beton, Stein, aber keine Farbe, kein Grün, kein Holz. Null Phantasie. Kein Wunder, mag man sich an / auf solchen Plätzen generell nicht aufhalten.Schaut euch doch mal beispielsweise in Paris, Lyon, Florenz, Perugia, Trieste um. Wunderschöne Plätze gibt es dort. Plätze belegt mit farbigen Pflastersteinen in verschiedenen Rot-, Gelb-, Grünschattierungen, zu Figuren, Ornamenten geformt. Umgeben von Gusseisenlaternen à l'ancien. Das würde auch gut zu einem neuen Helvetiaplatz passen. Dazu Blumen- und Pflanzentröge aus Holz. Ein schöner "alter" Brunnen inmitten des Platzes, auf dem Kinder herumklettern könnten und die Wasserspeier zu allerlei Schabernack verführen. Am und um den Platz ein oder zwei Cafés / Bistros. Da lässt sich auch der "Märt" geschickt einfügen als zusätzliche Attraktion und Belebung. Ein Platz solcher Art gestaltet, lädt Menschen zum Verweilen, zur Musse, zum Lesen, zu Spiel und Tratsch ein. Dafür braucht es einzig etwas Mut. Weg vom tristen Grau-Einerlei und hin zu Blumen, Farben, Fröhlichkeit. Entsorgt endlich das einfallslose und kostspielige "Plattenstil-Design"!  

Parolen für die Abstimmung vom 24. September 2017

Bund

Kanton Zürich

Stadt Zürich

  • JA zum Bundesasylzentrum
  • JA zum Cabaret Voltaire
  • JA zur rationellen Verwendung von Elektrizität
  • Ja zum Rahmenkredit für Energieerzeugungsanlagen

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