7'700'000’000

Linda Bär

Franken. Jährlich. Seit 1981. 7,7 Milliarden Schweizerfranken jährlich entgehen den arbeitenden Frauen in diesem Land, seit der gesetzlichen Verankerung der Lohngleichheit. Die Arbeitgeber schulden den Frauen diese 7,7 Milliarden Franken. Weil sie ihnen für gleiche Arbeit nicht den gleichen Lohn bezahlen wie ihren männlichen Kollegen. Damit verstossen sie monatlich gegen unsere Bundesverfassung und das Gleichstellungsgesetzt. Und kommen damit bisher ungeschoren davon. Die unternehmerfreundlichen Parteien werden im Bundesparlament schon dafür sorgen, dass diese weiterhin ungestraft Lohndiskriminierung betreiben können.

Die Ausgaben für die Gleichstellung hat der Nationalrat in dieser Woche mit 92 zu 91 Stimmen schon mal halbiert. Für diese Halbierung stimmten die FDP und die SVP, das reichte für die Mehrheit. Das ist die bittere Wahrheit für die nächsten vier Jahre. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass diese Parteien so ihrer hinterwäldlerischen, fremden- und frauenfeindlichen, wirtschaftsnahen heuchlerischen Politik zum Durchbruch verhelfen. Das war erst der Vorgeschmack dieser neuen Mehrheitsverhältnisse in Bundesbern.

Und dann lächeln sie uns an und sagen: „Gleichstellung? Haben wir doch längst erreicht.“ Wer glaubt, dass Frauen benachteiligt werden, habe ein realitätsfremdes Bild. Wer so was sagt, ist verantwortungslos. Dass wir Frauen seit 35 Jahren auf Lohngleichheit warten, soll wohl unser eigener Fehler sein? All die unbezahlte Arbeit wie Haushalten, Kinder gross ziehen, Angehörige pflegen etc. verrichten immer noch zum grössten Teil Frauen und verzichten dabei auf eine gute Arbeitsstelle. Beides lässt sich nämlich auch im Jahr 2015 meist nicht vereinbaren. Dass diese Arbeit an uns hängen bleibt, ist wohl auch unsere Schuld?! Wie blöd, dass wir das auf uns nehmen. Und wer weniger bezahlte Arbeitsstunden aufweisen kann, hat weniger Anrecht auf Beiträge aus den Sozialversicherungen. Eine weitere Diskriminierung. In den Niedriglohnbranchen wie Reinigung, Pflege und Gastro arbeiten vorwiegend Frauen. Kleine Löhne und viel unbezahlte Arbeit, das alles führt dazu, dass Frauen im Alter kleinere Renten als Männer erhalten. Ist das wirklich Gleichstellung?

Die Lohndiskrepanz zwischen Frauen und Männern lässt sich zwar teilweise objektiv begründen. Zum Beispiel durch den Bildungsstand, Anzahl Arbeitsjahre, die absolvierten Weiterbildungen, den Berufsstand etc. Aber auch wenn man alle begründbaren Elemente berücksichtigt, bleibt eine restliche Lohndiskriminierung von 10% die nicht erklärbar ist, resp. die ausschliesslich auf die Geschlechtszugehörigkeit zurückzuführen ist. Das geht aus den detaillierten Analysen des Bundes hervor, welche mit Logib, einem Instrument zur Kontrolle der Einhaltung der Lohngleichheit, durchgeführt wurde. Um gleich viel Lohn für gleiche Arbeit zu erhalten, müssten die Frauen jährlich 73 Tage mehr arbeiten als ihre männlichen Kollegen. 73 Tage! Und da reden sie von erreichter Gleichstellung.

Dass politisch in den nächsten Jahren viel passiert, können wir wohl eher vergessen. Zum Glück gibt es aktive Frauen und Männer die sich für die Gleichstellung einsetzten. Diesen Freitag findet um 19 Uhr ein Flashmob auf dem Paradeplatz statt. Den Frauen werden die 7,7 Milliarden Franken, um welche sie im Jahr 2015 betrogen wurden, zurückgegeben.

Parolen für die Abstimmung vom 24. September 2017

Bund

Kanton Zürich

Stadt Zürich

  • JA zum Bundesasylzentrum
  • JA zum Cabaret Voltaire
  • JA zur rationellen Verwendung von Elektrizität
  • Ja zum Rahmenkredit für Energieerzeugungsanlagen

Die nächsten Termine

24.09.2017 - 19:00
26.11.2017 - 19:00

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Initiative der SP Schweiz

Genossenschaftsprojekt Wirtschaft zum Guten Menschen

Wirtschaft zum Guten Menschen