Es war wieder mal Zeit für eine Demo

Marco Denoth

Angefangen hat es heute vor drei Wochen mit einer empörten Email: „Tut doch endlich mal was gegen die Durchsetzungsinitiative!“ So haben wir in einem unserer spätabendlichen Telefonate entschieden: „Es ist wieder mal Zeit für eine Demo!“ Und innerhalb knapp zwei Wochen war die Demo gegen die DSI mit allem Drum und Dran durch unser Seki organisiert. Rednerin, Bühne, Ballone, Bewilligung, Medienarbeit, Flyer und vieles mehr. Es war eine tolle Demonstration, welche es wirklich gebraucht hat. Zwischen 3000 und 4000 Menschen haben damit überparteilich und deutlich klargemacht, was sie von der unheimlichen und unmenschlichen SVP-Initiative halten. Danke allen! Denen, die mitorganisiert haben und denen, die mitdemonstriert haben.

Am Montag danach schlug ich gespannt die gängigen Tageszeitungen auf und wollte nachlesen, was wir als SP Stadt Zürich am Wochenende bewegt haben. Die NZZ vermittelt treffend mit ihrem Titel „Mit Ballonen gegen die SVP-Initiative“, wie es um die Politik steht. Man hätte auch schreiben können, mit besonnener Vernunft gegen Unmenschlichkeit. Nach dem einprägsamen Titel sprüht es jedoch im Text selber Zynismus und Sarkasmus über die lustigen Demonstranten. Etwas homöopatisch kommt doch noch die Kernbotschaft rüber: Alle Parteien treten gemeinsam auf und demonstrieren ihre innigste Ablehnung zur SVP mit ihrer Initiative. Im Tagi las man in der Montagsausgabe ... nix! Der Tagi, der sich als Leitmedium der Zeitungslandschaft schimpft! Es ist enttäuschend! Irgendwie fehlen mir die Worte.

Aber wehe, es wäre nur ein Stein gegen ein Schaufenster geflogen, Tränengas eingesetzt worden oder sogar verhaftet worden. Dann wäre in grossen Lettern verkündet worden, dass der Aufruf zu einer friedlichen Demonstration kläglich gescheitert wäre. Die SVP hätte die Gelegenheit genutzt, um gegen Chaoten und dunkle Gestalten zu wettern und wir hätten uns im Gemeinderat wieder eine Fraktionserklärung unter der Gürtellinie zu Gemüte führen können, welche selbstverständlich in allen Medien zitiert worden wäre.

Nun, ich stelle mal stolz in den Raum, dass wir etwas getan haben und somit der Gegnerschaft der unsäglichen Durchsetzungsinitiative mehr Stimmen besorgt haben. Jedoch machen wir genau solche Aktionen, damit darüber berichtet wird und dadurch ein Multiplikator unserer Botschaft entsteht. Wenn aber die „Leitmedien“ nicht mitmachen, frage ich mich etwas nach dem Warum. Haben sie immer noch nicht kapiert, welche Verantwortung sie in der Meinungsmache der Gesellschaft haben? Dass es wichtig ist, ausgeglichen zu berichten – oder überhaupt!

Wenn am 28. Februar die Initiative angenommen würde und unser Land, unsere Gesellschaft und unsere internationale Reputation grossen Schaden nähme, dann tragen die Medien grosse Mitverantwortung. Wir als SP Stadt Zürich wurden vor zwei Wochen durch eine empörte Mail wachgerüttelt. Wann passiert das bei den Medien?

Von Marco Denoth, Co-Präsident SP Stadt Zürich

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