Angriff auf die Menschen

Linda Bär

Wow, was für eine Woche, was für Zeiten in denen wir leben. Brexit. Eine Mehrheit der britischen Wahlbevölkerung stimmt dem Austritt aus der Europäischen Union zu. Die europäische Rechte in verschiedenen weiteren europäischen Nationalstaaten ruft zur Nachahmung auf. Fünf Tage später schlägt Island England im Achtelfinal der Europäischen Fussballmeisterschaft, das grosse England ist raus. Brexit two. Istanbul, Selbstmordanschläge fordern gegen 50 Tote. Orlando, 50 homosexuelle Tote nach Anschlag eines verkappten Schwulen. (Darf ich das so schreiben? Ich lass es mal so stehen.) Trump ist Präsidentschaftskandidat in den USA. Glarner kauft sich mit seiner Gemeinde tatsächlich frei von der Aufgabe, Asylsuchende aufzunehmen. Der SP Regierungsrat schafft eine gut integrierte tschetschenische Familie aus. Unter Zwang. Nachdem der Familie die Nothilfe gestrichen wurde. Klar er befolgt dabei das geltende Recht. Aber läge es nicht im politischen Spielraum eines SP Regierungsrates das geltende Recht zugunsten der Leidtragenden auszuschöpfen? Oder sich dann wenigstens hinzustellen und zu sagen, dass das geltende Recht zu solch unmenschlichen Entscheidungen führen kann?

Irgendwie sind es düstere Zeiten grad. Und bei all dem dürfen wir nicht vergessen, dass noch immer täglich tausende Menschen auf der Flucht sind. Tausende Menschen vor Krieg und Hunger flüchten und in Europa Schutz suchen. Und ihn nicht erhalten. Unter widrigsten Bedingungen leben müssen. Am Rande der Gesellschaft. Wenn sie es denn überhaupt bis nach Griechenland oder Italien schaffen und nicht vorher im Mittelmeer ertrinken. Junge Männer, Frauen, Kinder. Tag für Tag.

Das alles hängt irgendwie zusammen, hat System. Es ist ein Angriff auf die Menschenrechte. Es ist ein Angriff auf die Menschen. Es ist die Idee von „wir“ und „sie“, davon dass irgendeine Sorte Menschen mehr Recht auf ein würdiges Leben hat als andere. Es ist die Idee einer Steinzeitbevölkerung in der jeder fremde Clan eine Gefahr für die eigenen Lebensgrundlagen darstellte. Es ist die Idee vom Beschützen des „Eigenen“, der eigenen Bevölkerung, des eigenen Boden, der eigenen Wertschöpfung etc. Nur kommt heute nicht mehr nur auf den Teller, was vor der Tür wächst, nur sind Menschen heute zusammen gerückt, nur hängt heute die Wertschöpfung von so viel mehr ab, als dem Werkeln der eigenen Bevölkerung und diese ist längst nicht mehr so eigen. Wir sind vernetzt, verbunden, abhängig von und miteinander, schon so verdammt lange. Diese Idee ist so vollkommen überholt und vollidiotisch, ich hab keine fucking Ahnung wieso sie so viel Resonanz bekommt. Ich hab keine Ahnung weshalb man Menschen auf der Flucht nicht einfach Willkommen heisst. Ihnen Schutz bietet. Sie aufnimmt. Egal woher sie kommen, wohin sie wollen. Es sind Menschen wie du und ich. Sie hatten einfach das Pech nicht in der Schweiz, resp. von Menschen mit Schweizerpass geboren worden zu sein. Ich habe keine Ahnung wie man auf Menschen schiessen kann. Menschen in die Luft jagen kann. Menschen ertrinken lassen kann. Menschen Verhungern lassen kann. Bei so verdammt viel Reichtum auf dieser Erde. Es ist einfach nur zum Schreien.

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