Zürich. Offen. Anders.

Portrait von Gabriela Rothenfluh

Zürich.
Bereits anfangs Juni hat die Stadt Zürich an der Urne ihre Abneigung gegenüber der Atomenergie kundgetan. Mit einer klaren Mehrheit hat sie sich für den Verkauf aller Beteiligungen an den Atomkraftwerken ausgesprochen. Vergangenes Wochenende hat die Bevölkerung diese Haltung noch einmal bestärkt und sich klar für ein rasches Abschalten der Atomkraftwerke ausgesprochen.
Das ist gut und schön. Hilft uns leider auch nicht weiter. Denn die Mehrheit der Schweiz will ja bekanntlich noch zuwarten und die Atomkraftwerke noch eine Weile den tödlichen Abfall produzieren lassen. Leider gibt es keinen Schutzschild, welchen wir im Ernstfall über Stadt wie einen Regenschirm aufspannen könnten. Unser einziger Schutz ist und bleibt eine Packung Jodtabletten.

Offen.
Das Nein gegen die konservative Ehe-Initiative war zu erwarten. Die Klarheit der Ablehnung überraschte mich trotzdem positiv. In der Stadt Zürich sprachen sich gerade einmal knapp 15% für eine Ehe zwischen Frau und Mann aus. Umgekehrt bedeutet das also, dass gut 85% der Stimmenden eine gleichgeschlechtliche Ehe befürworten. Dies ist eine Zustimmungsquote wie sie in Zürich bei Abstimmungen normalerweise nur bei Schulhäusern und Alterszentren vorkommt.
Natürlich sollte die Gleichstellung von LGBT-Menschen in allen Bereichen schon längst eine Selbstverständlichkeit sein. Realität ist aber, dass sie im Alltag immer wieder diskriminiert werden, vom Staat und von der Gesellschaft. Ich freue mich daher über die gesellschaftliche Entwicklung, die in Zürich dazu geführt hat, dass wir mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der wir jedem Kind einen Platz in der Schule zugestehen, uns dafür aussprechen, dass die Ehe nicht ein schützenswerter Exklusivclub zwischen Mann und Frau bleiben, sondern allen offen stehen soll.

Anders.
Apropos Schule: Da fliegen sie also, die fünf Piloten "Tagesschule 2025", seit rund 100 Tagen. Der Start ist geglückt. Es gab wenige Familien, die ihre Kinder vom Mittagessen in der Schule abmeldeten. Die Kinder haben sich schnell an den neuen Rhythmus gewöhnt und vielen scheint die neue Situation zu gefallen. Das Personal trägt das neue Konzept mit und zeigt ein grosses Engagement. Negative Punkte (wie z.B. laute Mittagspausen, fehlende Vorbereitungszeit, etc.) werden angesprochen und entsprechende Lösungen gesucht.
Einer "meiner" Schulpflegepräsis hat in diesem Zusammenhang gesagt: die Politik kann das Konzept vorgegeben, umsetzen und tragen müssen es die Schulen mit ihrem Personal. Da stimme ich ihm zu. Umso wichtiger ist es, dass wir von der Politik den Pilot im Austausch mit den Betroffenen eng begleiten, um gegebenenfalls entsprechende Massnahmen zu ergreifen.
Es wäre ein grosser Erfolg für Zürich, wenn ab dem Jahr 2025 die Tagesschule der Normalfall wäre. Die Chancengleichheit könnte gestärkt und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie um einen weiteren Schritt erleichtert werden.
Es ist grossartig, dass sich so viele Beteiligte engagieren, damit Zürich bezüglich Schule bald einen anderen Weg gehen kann.

Parolen vom 26. November

Stadt Zürich

JA zu allen stätischen Vorlagen

• Wahl Friedensrichteramt
   Christine Stokar

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